Ölbergstunde im vorderen Odenwald

Eindrücke von der Nachtwallfahrt

„Bleibet hier und wachet mit mir“ ist ein Lied, das an Gründonnerstag in vielen Gottesdiensten gesungen wird. Es begleitete auch eine Gruppe von 19 Christen, überwiegend aus der Pfarrgruppe St. Laurentius / Heilig Kreuz, in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag auf einer 20 km langen Wanderung durch den vorderen Odenwald.
NachtwallfahrtDie Idee zu dieser Nachtwallfahrt stammte von drei Männern aus den beiden Gemeinden, die bereits mehrfach an einer solchen Veranstaltung für Männer im Bistum Mainz teilgenommen haben. Lasst uns das doch auch mal direkt vor der Haustüre machen und lasst uns alle Gemeindemitglieder, die sich diese Strecke bei Nacht zutrauen, einladen.
So wurde eine Strecke von St. Laurentius über den Höhenweg nach Reichenbach und weiter über das Fürstenlager bis zur katholischen Kirche in Auerbach ausgewählt. Die Teilnehmer trafen sich abends zum Gottesdienst in St. Laurentius. Weiterlesen

Impuls – „Unser Kreuz mit dem Kreuz“

Impuls-Kreuz-1„Unser Kreuz mit dem Kreuz“,
das Motto des letzten Abends
„Sinne schärfen – kleine Impulse für den Alltag“ am 28.03.2017, spricht etwas an, was in manchem immer wieder Fragen auslöst. Dabei begegnet uns das Zeichen des Kreuzes jeden Tag im Alltag: Im Fensterkreuz, an der Kreuzung, am Andreaskreuz, beim Roten Kreuz, wenn wir unser Kreuzchen bei Bestellungen machen. Auch im Urlaub auf der Kreuzfahrt oder beim Gipfelkreuz kann man auf die Frage kommen: Was verbinde ich eigentlich mit dem Wort „Kreuz“ oder mit dem Bild vom Kreuz?
In der Schrift wird uns vom Kreuzestod Jesu berichtet. Wir kennen den Bericht. Ein Aspekt geht beim Lesen der Passion manchmal unter, der vielleicht aber ein Schlüssel sein kann: Bei Markus wird von den Frauen berichtet, die Jesus nachgefolgten, die ihm dienten, die mit ihm nach Jerusalem hinausgezogen sind und die bei ihm blieben sind. Sie standen auch noch unter dem Kreuz, als Jesus starb. Sie tun das letzte, was sie noch tun können: Sie machen sich nicht aus dem Staub, sondern bleiben, halten ihre eigene Ohnmacht, Hilflosigkeit und Angst aus und erweisen ihm einen letzten Dienst, indem sie bei ihm bleiben. Kann das nicht eine Anregung für den Umgang mit dem Kreuz sein? Auch die dunklen Seiten meines Lebens aushalten, zu meinen Fehlern stehen, nicht vor meinem Schatten davonlaufen, sondern mich quasi in den Schatten des Kreuzes stellen, aufrecht stehen und dann befreit den Weg der Versöhnung aus der neu gewonnen Kraft beschreiten? Der frühere Limburger Bischof Franz Kamphaus hat deshalb das Kreuz als Hoffnungsbaum beschrieben.

Text und Bild: Dr. Martina Keil-Löw