Abschiedsworte

Josef

Liebe Schwestern und Brüder!

Der Wechsel eines Pfarrers von der einen Pfarrei in eine andere ist nicht einfach ein Wohnungswechsel, sondern ein Abschied von Menschen, mit denen sich der Pfarrer während seines seelsorgerlichen Wirkens so sehr verbunden fühlt, dass man mit Fug und Recht von einer Pfarrfamilie sprechen kann. Der Abschied von ihr schmerzt. Es schmerzt mehr als die Vorfreude auf die neue Pfarrei. Es erfüllt aber auch mit Dankbarkeit.

Außer in meiner Heimatstadt habe ich hier bei Ihnen in Bensheim, als Kaplan in St. Georg und später als Pfarrer in Heilig Kreuz, die meisten Jahre meines bisherigen Lebens verbracht: 10 Jahre. In diesen 10 Jahren wurde Bensheim für mich nicht nur Wohnort, sondern Heimat. Diese Heimatfindung verdanke ich vor allem Ihnen, liebe Schwestern und Brüder.

Bei einem Wechsel in eine andere Pfarrei stellt man sich als Pfarrer schon die Frage, ob man dem Anspruch gerecht geworden ist, ob man in seiner pastoralen Tätigkeit nicht mehr hätte erreichen können oder müssen. Jesus spricht in seinen Gleichnissen (wie im Gleichnis vom Sämann und vom Schicksal der Samen) ganz realistisch auch von Vergeblichkeit. Es mag sicherlich einiges vergeblich gewesen sein, ich bin aber zuversichtlich, dass Gott auch einiges keimen und wachsen lässt.

Ich empfinde die Worte des Paulus an die Gemeinde in Thessaloniki so treffend, dass ich kaum etwas hinzufügen könnte: „(wir) wollten euch nicht nur am Evangelium Gottes teilhaben lassen, sondern auch an unserem eigenen Leben; denn ihr wart uns sehr lieb geworden.“  (1Tess 2,8)

Ich möchte Ihnen allen ganz herzlich danken für Ihr Vertrauen und Ihr Wohlwollen, das Sie mir in den vergangenen Jahren entgegen gebracht haben.

Dankbar grüßt Sie alle herzlich
Josef Belényesi, Pfarrer.