Bischof stellt sich an der Bergstraße vor

Dr. Peter Kohlgraf

Dr. Peter Kohlgraf – © Bistum Mainz

Der neue Mainzer Bischof Peter Kohlgraf besuchte das Dekanat Bergstraße-Mitte, um einen Eindruck vom kirchlichen Leben an der Bergstraße zu bekommen.

Nachdem er den Tag mit verschiedenen Gruppen – hauptamtlichen Mitarbeiter/innen aus den Pfarreien und Vertreter kirchlicher sozialer Einrichtungen – verbracht hatte,  traf er nach einem Gottesdienst am Abend Vertreter/innen der Seelsorgeräte zum gegenseitigen Kennenlernen.

Seinen Antrittsbesuch im katholischen Dekanat Bergstraße-Mitte am 8. Februar nutzte der neue Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf für ein Gespräch mit Pfarrgemeinde- und Seelsorgeräten aus dem Dekanat im Heppenheimer Haus Dornbusch. Kohlgraf_DekanatZunächst legten die Räte dem Bischof dar, was aus ihrer Sicht in den neu formierten pastoralen Einheiten gut funktioniert und was nicht.

Zu Letzterem gehörte die Beobachtung, dass in Einzelfällen Pfarreienverbünde und Pfarrgruppen nicht wunschgemäß zusammenwachsen, etwa weil die Konstellation historischen Bindungen entgegenläuft. Auch das gemeinsame Wirken von Haupt- und Nebenamtlichen scheint im Bistum und damit im Dekanat nicht hinreichend klar geregelt.

Bischof Kohlgraf kündigte an, sich das laufende Jahr zunächst zum Beobachten und Bewerten zu nehmen. Zu klären sei, wie viel Geld dem Bistum zur Verfügung steht und wie sinnhaft die aktuellen Strukturen sind. Klar sei, dass es gerade bei Priestern „massive Einschnitte“ geben werden. Für denkbar hält er, dass ihre Zahl in zehn oder 15 Jahren nur noch bei einem Drittel des gegenwärtigen Werts liege. Pastorale Strukturen müssten dieser Entwicklung angepasst werden.

Bei einem heterogenen Bistum sei es klar, so Kohlgraf, dass es nicht ein einziges Konzept für alle geben werden. Zunächst müsse Klarheit geschaffen werden: Was wollen wir mit der pastoralen Arbeit? Hilfreich soll der Vergleich mit sechs anderen Diözesen sein; es gelte die Parole: „Man darf auch mal experimentieren.“ Im Bistum Hildesheim etwa haben Ehrenamtliche dem Bischof zufolge bedeutend mehr Kompetenzen als andernorts. Eine auf Priester fixierte „Versorungsmentalität“ sei nicht hilfreich.

Keine Scheu dürfe es geben, auch mal ein Angebot wegfallen zu lassen, betonte Peter Kohlgraf. „Wir sind keine Volkskirche mehr“, sagte er in Heppenheim. Aber auch: „Eine Grundversorgung muss es geben.“ Zwar würden die pastoralen Einheiten immer größer, aber Kirche müsse nach wie vor vor Ort erlebbar sein – nicht unbedingt freilich in dem Sinne, dass es an jedem Wochenende eine Messe in der Kirche gebe. Zunehmende Bedeutung kommt nach Auffassung des Bischofs anderen Gottesdienstformen zu. Zu beobachten sei schließlich, dass sich Glaube zunehmend von der Ebene der Gemeinden löse. Die Caritas oder Jugendkirchen stünden für diese Tendenz, erläuterte Bischof Kohlgraf.

Text: Herr Dr. Christian Knatz

Hier die Informationen des Bistums Mainz zu Bischof Peter Kohlgraf