„Gib der Kirche (d)ein Gesicht“

Das war das Motto der Sternwallfahrt, die am Pfingstmontag in Mainz anlässlich des 50. Geburtstags der Pastoralen Räte im Bistum Mainz stattfand. Eingeladen hatte Bischof Peter Kohlgraf alle ehemaligen und derzeitigen Mitglieder in Räten, Ausschüssen und Gruppen unseres Bistums.

SternwallfahrtDieser Einladung sind wir als Vertretung unserer Pfarrei Heilig Kreuz zu fünft gefolgt und haben uns auf den Weg nach Mainz-Weisenau gemacht, wo wir wie die anderen Vertreter der Bergsträßer Dekanate sehr herzlich empfangen wurden. Nach den ersten Gesprächen bei einer Tasse Kaffee und einem Impuls in der Kirche der Pfarrei Maria Himmelfahrt machten wir uns gemeinsam auf den Weg Richtung Dom. Der Fußweg durch den Volkspark und am Rhein entlang wurde bei herrlichem Sonnenschein genutzt für einen angeregten Austausch.

Der Liebfrauenplatz vor dem Dom füllte sich dann so nach und nach mit den Gruppen, die aus den verschiedenen Mainzer Pfarreien gestartet waren. Es war eine bunte Schar von Jung und Alt, von durch einheitliche T-Shirts oder Schals erkennbaren Gruppen, von Menschen mit oder ohne Wanderausrüstung oder Pilgerstäben, die sich vor dem Gottesdienst mit einer deftigen Gemüsesuppe und einem kalten Getränk stärkte. Bei der Essensausgabe bildete sich bald eine lange Schlange, aber die Wartezeit wurde genutzt für kurze Gespräche mit dem Bischof, der von Tisch zu Tisch ging und die Pilger begrüßte, für ein Erinnerungsfoto im „Snapcube“ oder für einen Austausch über „Gott und die Welt“, z.B. auch über den Pokalsieg der Frankfurter Eintracht am Pfingstsamstag.

Wie viele Menschen der Einladung zu der Sternwallfahrt gefolgt waren, wurde dann bei der Eucharistiefeier im Dom noch einmal sehr deutlich: die Sitzplätze reichten bei weitem nicht, so dass viele der Mitfeiernden auf den Stufen im hinteren Teil des Doms Platz nahmen. Die Predigt des Bischofs gab in diesem Festgottesdienst reichlich Gelegenheit zum Nachdenken. Die unbequeme Schlüsselbotschaft, die der Bischof uns mitgab, bestand darin, dass die Zukunft unserer Gemeinden und kirchlichen Orte wesentlich davon abhängen wird, inwieweit jedes einzelne getaufte und gefirmte Mitglied unserer Kirche aktiv als Nachfolgerin und Nachfolger von Jesus Christus auftritt. Seinem Apell folgend, sind wir als getaufte Christen nicht Empfänger einer reinen Dienstleistung, sondern stehen selbst direkt im Dienst Jesus Christus. Damit trägt Jede und Jeder auf eigene Weise Verantwortung für den Auftrag der Kirche. Der Bischof forderte uns auf, das zu unterstützen, was Christus vorgelebt hat: Die Zuwendung zu Menschen, die suchen; das Hinterhergehen hinter denen, die der Kirche und Christus den Rücken gekehrt haben; und die Suche nach denen, die Christus noch nicht kennen.

Im Anschluss an die Messe suchten wir uns aus dem reichhaltigen Angebot an spirituellen Veranstaltungen die Choralschola des Domchores aus, die unter Begleitung eines Saxophonisten in der barocken St. Quintinskirche ein sehr eindrückliches Kurzkonzert gab. Abgerundet wurde der Tag dann durch einen Schlusssegen im Dom, an dessen Ende jeder Pfarrgemeinderat noch eine Sitzungskerze aus den Händen des Bischofs – unterstützt von unserem ehemaligen Pfarrer Ehrendomkapitular Engelbert Prieß und Ulrich Janson als Diözesanreferent für die Pfarrgemeinderäte – erhielt. Auf der Rückfahrt nach Bensheim waren wir uns einig, dass wir durch diese gemeinsame Fahrt am Pfingstfest ein wenig auch den Geist Gottes gespürt haben.

Text: Christel Demtröder und Paulus Wohlfart; Foto: snapcube.de