KJG-Zeltlager 2019: In 7 Tagen um die Welt

– Die Küchencrew erzählt –
Beim Aufräumen auf dem Zeltplatz tragen wir den letzten gelben Sack zum Container. Da liegen schon 13 Säcke drin, das hier ist also Nr. 14. Ist das jetzt viel oder wenig Plastikmüll bei knapp 80 Personen?
…und dabei haben wir uns schon bemüht, möglichst im Supermarkt die großen Packungen zu kaufen und das Gemüse ganz ohne Plastikverpackung auszuwählen. Besonders gut funktioniert hat dieser Vorsatz bei den Milchprodukten. Die konnten wir dieses Jahr vom Milchhof aus Seibersbach direkt in Pfand-Kanistern und -gläsern bekommen. Damit haben wir pro Tag ca. 10 Milch-Tetra-Packs nicht wegschmeißen müssen.
Noch einige Wochen zuvor – Küchenplanung: Die Leiterrunde hatte sich dazu entschieden, während des Zeltlagers jeden Tag „ein anderes Land zu bereisen“. Japan, Madagaskar, Kanada, England, Indien, Hawaii und …Bayern – damit wir einen Grund haben Laugenbrötchen und Weißwürste zu essen. Wir in der Küche haben also gestöbert, welche Gerichte wir passend zu den Tagen kochen können. Mie-Nudelsuppe (ja, auch 5 Knollen Sellerie war da drin!), ein südindisches Gemüsereisgericht und … Kartoffeln, Rührei und Spinat, weil das so lecker ist und es bei Daniels Hühnerhof in Seibersbach leckere Eier gibt. Bei seinen vielen, freilebenden Hennen, die auf ihrer Wiese SWR3 hören, gibt es sicher für unser Rührei 150 frische Eier. Neben dem Daniel sind in Seibersbach auch die Familie Reths mit ihrer Metzgerei und die Bäckerei Grünewald gute Bekannte. „Hallo, 10 kg Brot, 6 kg Hefezopf, 2 Blech Streuselkuchen und 140 Brötchen für die Lunchpakete bitte.“ und kurz darauf „Die KjG Auerbach vom Zeltplatz Martinshütte hier. Wir hätten gerne 3 kg Aufschnittwurst und 6 kg Hackfleisch.“ Als wir zum Abholen der Brötchen mit dem Fahrrad samt Radanhänger ins Dorf fahren, freuen wir uns, wie wenn man zum ersten Mal im Jahr zum Badesee fährt.
Trotz des guten Drahts zur Metzgerei war der größte Teil des Einkaufs meistens aus der Gemüse- und Obstabteilung, denn von sieben gekochten Mahlzeiten waren fünf vegetarisch. Laute Stimmen, die sich mehr Fleisch gewünscht, haben wir nicht gehört. Dabei haben wir natürlich das Glück, dass es im Sommer viele saisonale Gemüsesorten gibt: Zucchini, Tomaten und vieles mehr kommt aus Deutschland. Trotz der exotischen Reiseziele im Rahmen des Programms waren die exotischsten Obstsorten Wassermelone (über die Woche waren das mindestens 18 Stück) und Bananen (viele!).
„Heute waren alle im Schwimmbad und sind auch noch hingelaufen. Heute haben bestimmt alle mords Hunger.“ „Dann rechnen wir also mit 500g Mahlzeit pro Person?! Das macht ja bei 80 Leuten 40kg Essen.“ „Auf geht’s. An die Arbeit.“
Und jetzt nach dem Zeltlager rechnen wir fleißig alle Quittungen zusammen um zu schauen, ob es unser Budget hergibt, nächstes Jahr auf Bio-Gemüse und -Milch umsteigen zu können. Denn seit viele unserer ZeLa-Kids freitags für mehr Klimaschutz auf der Straße stehen, ist auch dieses ein häufiges Gesprächsthema im Zeltlager geworden. In der ZeLa-Küche fängt Klimaschutz unter anderem mit den Themen Regionalität und Saisonalität an und wir, die KjG, stehen hinter diesen Zielen.

(Text: Clara Löw)