Minis auf Sommerfreizeit in Benediktbeuern

Die Ministrantenfreizeit 2015 mit Pfarrer József Belényesi war für die Minis Heilig Kreuz Auerbach ein tolles Erlebnis. Runde2Dass der Weg nach Benediktbeuern führen sollte, stand außer Frage, waren Teile des Leiterkreises schon 2007 einmal im Rahmen einer Freizeit dort gewesen. Die Tatsache, dass sie genauso begeistert wie schon vor acht Jahren wiederkamen, spricht für die gute Arbeit, die am Standort der Salesianer Don Boscos im Süden Bayerns geleistet wird. Runde1So waren dieses Mal wieder junge Freiwillige für die Durchführung verschiedener Freizeitangebote verantwortlich. Allein die Bezeichnung der Tätigkeit, die den jungen Menschen vom Orden ermöglicht wird, hat sich geändert: waren es früher noch die „Zivis“, so darf man heute „FSJler“ sagen.

Zug1Die Bensheimer Gruppe startete am Montagmorgen. Los ging es mit dem Eurocity, der die Ministranten bis nach München brachte, von wo aus die Weiterfahrt bereits mit Ausblicken auf das Alpenpanorama begleitet wurde. Angekommen in Benediktbeuern wiesen die Leiter den ihnen noch vertrauten Weg zur Jugendherberge.

Herzog4Wer am nächsten Tag fit sein wollte, der tat sein Bestes, früh schlafen zu gehen. Denn der Dienstag war nicht ohne: Der Gipfel des 1731 Meter hohen Herzogstandes sollte erklommen werden. Die Leiter der Gruppe wählten den kürzesten Weg aus, der folgerichtig eine Größe besonders in die Höhe treibt: die zu bewältigende Steigung. Herzog5Für die 900 Höhenmeter standen uns also nur wenige Kilometer zur Verfügung. Doch gestärkt durch viele Trinkpausen und Durchhalteparolen meisterte jeder von uns Auerbacher Minis die Anstrengung.

Sportlich fing es an, sportlich ging es weiter. Wurden tags zuvor die Muskeln der Beine beansprucht, so durfte am Mittwochabend der ein oder andere sicherlich die schmerzende Oberkörpermuskulatur spüren. Der Grund: Wir verließen Land und stachen in See. Und nicht in irgendeinen, nein, in den kältesten See Deutschlands, dem ein oder anderen als „Kochelsee“ bekannt. Kanu1Zu dritt oder viert im Kanadier ruderten wir unter Anleitung der FSJler zu den Besonderheiten des Sees, lernten Mythen und Legenden kennen und lieferten uns Wasserschlachten. Dass dabei einige Boote kenterten, ist nicht verwunderlich. Wir fuhren auch am Schwimmbad Trimini vorbei, in welchem die kleineren Ministranten ihren Spaß beim Auskosten der Rutschen, Becken und Sprungtürme hatten. Aufgrund sicherheitsbedingter Auflagen ist das Kanufahren nur Personen über 13 Jahren vorbehalten. Zwischendurch legten wir an einem grasgesäumten Ufer an, das zum Entspannen und Baden einlud.

Bavaria3Am Donnerstag unternahmen wir einen Ausflug in die Filmbranche. Wie es sich anfühlt als Schauspieler  der Vorabendserie „Sturm der Liebe“ oder als Wettermoderatorin, das durften wir in den Bavaria Filmstudios erleben. Die Filmstadt zieht Besucher an, die über originale Requisiten und Repliken der Kulissen namhafter Filme wie „Das Boot“ oder „Die wilden Kerle“ staunen. So auch unsere Minis. Wie echte Produzenten arbeiteten auch wir mit Tricks: In einer Filmsequenz spielten wir ein abenteuerliches Zugunglück nach. Dabei saßen wir aufrecht an Ort und Stelle im Abteil. Wie geht das bloß? Bavaria4Die Nachbearbeitung dreht, biegt und wirbelt die Kameraführung so sehr herum, dass der Eindruck entsteht, unser Abteil würde wackeln. Dazu wurde simuliert, dass wir fahren – indem jemand eine Leinwand mit Landschaftsabbildungen kurbelte. So entsteht der Eindruck eines verunglückenden, sich fortbewegenden Zuges – Action im Abteil.

Action gab es weiter abends in der Tanzdisco, die unseren sonst von Karaoke begeisterten Kids mindestens genauso viel Spaß machte. Sie bot zudem einigen Leitern die Gelegenheit, ihre Künste im Standardtanz noch einmal zu zeigen, was die Jüngeren etwas befremdlich, dann aber doch ganz cool fanden.

Der Freitag bedeutete noch einmal eine letzte Abkühlung im Schwimmbad, bevor wir die Heimreise antraten. Doch bevor es in das Schwimmbad ging, stand die obligatorische Führung durch die Klosteranlage an. BB1Geführt von einer FSJlerin, erfuhren wir viel über die Benediktinerabtei, die die Salesianer Don Boscos 1930 erwarben. Was einst Teil des Sakralbaus gewesen ist, ist heute in viele Funktionsbereiche unterteilt wie die KSFH, Anlaufstelle für viele Studenten der Sozialen Arbeit, die Jugendherberge oder das Aktionszentrum, in welchem Seminare stattfinden. Früh- und Hochbarock prägen das Erscheinungsbild des Klosters, dessen Langbau der Abteikirche um 1686 fertiggestellt wurde. Besonders beeindruckend sind die Deckenfresken. Doch auch der alte Festsaal mit frühbarocken Säulenportalen ist ein Schauplatz für allegorische Deckenbilder, welche die Jahreszeiten, die vier Elemente sowie das Wirken Christi in Person von Jägern oder Gärtnern darstellen. Der Saal wird heutzutage gerne als Konzertsaal benutzt.

Der Leiterkreis und seine Unterstützung, neben dem Pfarrer die beiden engagierten Pfarrgemeinderatsmitglieder Christopher Ryan und Christine Demtröder, können auf eine erfolgreiche und rundum gelungene Fahrt zurückblicken.  Aufregend war der apokalyptisch anmutende Wettersturz bei Augsburg. Wir waren also gerade noch rechtzeitig dem sommerlichen Unwetter entflohen und kamen gegen 21:00 Uhr wohlbehalten in unseren Familien an.

(Autor: Gero Dasbach)

– siehe auch unter Menüpunkt Fotos –