„Ora et labora“ in Mazille

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Seit 34 Jahren sind Gemeindemitglieder der katholischen Pfarrei Heilig Kreuz Auerbach, zu einem einwöchigen Aufenthalt in das Frauenkloster „Carmel de la Paix“ im französischen Burgund eingeladen. Mit dabei waren auch  wieder Mitglieder aus dem Pfarreienverbund Bensheim.

In diesem Jahr erfolgte die Anreise über Vezelay. Die das Dorf beherrschende Basilika aus dem 11. Jahrhundert ist der heiligen Magdalena geweiht. Vezelay wurde zu einem der berühmtesten Wallfahrtsorte Frankreichs und Ausgangspunkt für einen der Pilgerwege nach Santiago. Dort nahm die Gruppe an einem  Gottesdienst des Ordens der „Jerusalemer Gemeinschaft“ teil, der von einer besonders herzlich und bewegenden Art geprägt war.

Das Kloster liegt auf einem Hügel gegenüber dem kleinen Ort Mazille im französischen Burgund, etwa 100 Kilometer südlich von Beaune. 28 Karmelitinnen verschiedenen Alters und verschiedener Nationalität leben hier in Stille und an den Ort gebunden nach dem monastischen Motto „ora et labora“ (bete und arbeite). Ihr Leben ist geprägt von einer Spiritualität, die auf geschwisterlicher Liebe, auf Demut und Solidarität begründet ist, in voller Harmonie zwischen Einsiedler- und Gemeinschaftsleben. In der Einsamkeit der Klausur unterhalten die Schwestern dennoch ein lebendiges Band mit der Außenwelt. Sie tragen mit ihrem Gebet zur Erleichterung der Leiden bei, die diese Welt heute erzeugt.

Die Tradition der Gastlichkeit des Karmels ist in Mazille ganz besonders entwickelt, und die dort herrschende ökumenische Offenheit zieht eine wachsende Zahl von Menschen an, die ihr Inneres suchen. Sie sammeln sich in einer friedensspendenden und fruchtbaren Stille, in der einfachen Schönheit der Gottesdienst,die den Tag bestimmen und in der strahlenden Präsenz der Schwestern mit einem einprägsamen, mehrstimmigen Gesang der Psalmen.

Neben dem Haupternährungszweig der Landwirtschaft ist der Gästeempfang mittlerweile ein wichtiger Teil der Einkünfte. Keine halbe Stunde von Taizé entfernt, ist hier ein spiritueller Ort entstanden, der Deutsche aus dem ganzen Bundesgebiet anzieht.

Bei dem Aufenthalt geht es primär nicht um die Begegnung im Gespräch untereinander, sondern um das Stillewerden des Einzelnen vor Gott. Gastfreundschaft und Offenheit waren von Anfang an wichtige Ziele der kleinen Gemeinschaft, die sich vor 40 Jahren  in Mazille  angesiedelt hat.

Die Aufenthaltstage der Auerbacher Gruppe waren ausgefüllt durch die Teilnahme an den  Gebetszeiten und die gemeinschaftlich schweigend eingenommenen Mahlzeiten,ausgedehnten Spaziergängen, die Mithilfe bei der landwirtschaftlichen Arbeit sowie einem Ausflug in die nahegelegene geschichtsträchtige Stadt Cluny. In abendlichen Gesprächsrunden erfolgte ein „geistlicher Austausch“ unter freiem Himmel und unter schattigen Bäumen in einer offenen und herzlichen Art mit dem Pfarrer der Heilig Kreuz Gemeinde Josef  Belényesi, der auch die Gruppe die Woche über begleitet hatte.

Die Gruppe bestand in diesem Jahr aus 16 Personen. Vorbereitet und organisiert wurde der Aufenthalt von Liesel Sartorius. Sie wurde dabei von Elfriede Teschner unterstützt.

Autor: Friedel Rolf