Pristerjubiläum von Pfarrer Poggel

P1040243Zur Primiz kam er 1993 in die Pfarrkirche Heilig Kreuz nach Auerbach. 25 Jahre danach feierte Harald Poggel (53) Silbernes Priesterjubiläum an dem Ort, an dem er damals nach der Priesterweihe zum ersten Mal vor die Gemeinde trat.

Wie er im Verlauf des Festgottesdienstes am 12. August selbst sagte, hätte er sich nicht träumen lassen, dass ihn sein Weg als Seelsorger über viele Stationen zurückführt an den Ausgangspunkt.

P1040190Die Kirche war voll besetzt, als Poggel mit den Messdienern und vier Geistlichen einzog. Die Pfarrer, die mit ihm die Heilige Messe zelebrierten, standen symbolisch für die Etappen, die Poggel in den vergangenen Jahrzehnten zurückgelegt hat: Eduard Schließmann war Pfarrer der Gemeinde Heilig Kreuz, als Poggel dort Praktikant war und Primiz feierte. Hermann Josef Herd, der in Auerbach lebt, war bis zum Eintritt in den Ruhestand Pfarrer in der Gemeinde Sankt Peter in Heppenheim und Dekan des Dekanats Bergstraße-Mitte. Doch Herd war auch Pfarrer in Bingen, als Poggel dort als Kaplan wirkte. Zu den Mit-Zelebranten gehörte Kaplan Daniel Kretsch, der Poggel zur Seite steht.

P1040185Die Predigt hielt Pfarrer Angelo Stipinovich aus Viernheim, mit dem Poggel schon im Priesterseminar befreundet war. Zur Überraschung der Gemeinde fiel diese Predigt auf besondere Weise aus dem Rahmen. Stipinovich bat Poggel im Altarraum zum Interview. In dieser Frage-und-Antwort-Predigt wurde der Gemeinde besser als in jeder Laudatio klar, welche Persönlichkeit Poggel verkörpert und wie er seinen christlichen Glauben und seinen Auftrag auffasst. Dass er als Pfarrer dort angekommen ist, wo er sich nach der Priesterweihe durch den Mainzer Bischof Karl Lehmann auf den Weg gemacht hat, sieht er als Vorsehung. Dabei hatte Poggel 1993 im Personalgespräch mit dem damaligen Weihbischof Wolfgang Rolly noch darum gebeten, nicht als Pfarrer in einer Gemeinde eingesetzt zu werden.

Nach dem Studium der Theologie und Philosophie, nach dem Priesterseminar und nach der Weihe ging Poggel von Bingen aus zunächst als Dekanatsjugendseelsorger seine Geburtsstadt Mainz. Von 1997 an war er Religionslehrer und Schulseelsorger an der Edith-Stein-Schule in Darmstadt. 2003 übernahm er doch das Amt eines Pfarrer. So kam er in die Gemeinde Maria Magdalena nach Gernsheim, bevor er zwei Jahre in der Gemeinschaft der Missionsbenediktiner von Sankt Ottilien lebte. Doch 2010 kehrte in das Bistum Mainz zurück und wurde Nachfolger von Karl Eberhard als Pfarrer der Gemeinde Sankt Laurentius. Nach dem Tod von Pfarrer Thomas Groß war er zeitweise auch für die Bensheimer Pfarrei Sankt Georg verantwortlich. Seit 2012 leitet er den Pfarreienverbund Bensheim. In den neuen pastoralen Strukturen ist er auch Pfarrer von Heilig Kreuz.

Allein seine Vita verdeutlicht, dass ein Pfarrer viel Kraft braucht. Doch wie im Interview mit Pfarrer Stipinovich deutlich wurde, schöpfte er diese Kraft aus seinem Glauben, aus den Begegnungen mit den Menschen und aus seinem Leitwort aus dem 2. Korintherbrief, das ihn seit der Priesterweihe begleitet: „Wir sind ja nicht Herrn über euren Glauben, sondern Diener eurer Freude“.

P1040208Diese Freude war beim Festgottesdienst und beim anschließenden Empfang spürbar. In der Kirche hatte eine Gruppe aus Sängern und Instrumentalisten die frohe Botschaft musikalisch verstärkt. Vor der Kirche sang ein spontan gebildeter Chor den umgedichteten P1040240Evergreen von den 99 Luftballons. Als Bass-Gitarrist sorgte Poggel mit anderen Instrumentalisten für die Begleitung. Danach stiegen die Luftballons mit guten Wünschen in den Himmel.

Das Silberne Priesterjubiläum des Pfarrers zeigte auch, dass sich die katholischen Gemeinden Sankt Laurentrius und Heilig Kreuz schon näher gekommen sind. Den Veränderungen der neuen Zeit entsprechend hatten sich Mitglieder aus beiden Pfarreien zusammengetan, um die Feier zu gestalten. Im Vorbereitungsteam, in der Band, im Chor vor der Kirche und beim Ausschank von Getränken wirkten viele Helfer aus beiden Gemeinden Hand in Hand.

Die vielen Worte, die in und vor der Kirche gewechselt wurden, bekräftigten die Auffassung, die Pfarrer Harald Poggel auszeichnet: Dass er Gott am besten dient, indem er den Menschen dient.

Text: Bernd Sterzelmaier
Bilder: Norbert Löw