Publicity für das Himmelreich – Papst Franziskus und die Medien

Die Macht der Bilder, die Bedeutung der Krisenkommunikation, die Wichtigkeit der Lokalredaktion und der Papst als mediale Figur.

Viele Themen berührte der Vortrag am Donnerstagabend (7.11.2013) von Pfarrer Dietmar Heeg, dem Medienbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die privaten Fernsehsender RTL und ProSieben-Sat1-Gruppe. Unter den 30 Teilnehmern Pfarrzentrum Heilig Kreuz informierten sich gleich zwei Amtskollegen des Referenten über den rechten Umgang mit Medien.

Bei einer Pfarrereinführung habe er einen Freund angeraten, so Heeg zu Beginn, bei seinen Antrittsbesuchen die lokalen Redakteure nicht zu vergessen. Dieser Hinweis dürfte die anwesende Lokalredakteurin des Bergsträßer Anzeigers gefreut haben.

Heeg, der im März die Papstwahl im Fernsehen aus Rom kommentiert hat, plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen der Vatikan-Insider. Dabei wurde ersichtlich, dass schon die ersten Bilder des neuen Papstes eine Wucht hatten, hinter denen die Deutung der vielen selbst ernannten Papstexperten kaum hinterherkam. Papst Franziskus setze die Symbolwirkung der Bilder, Gesten und Aktionen bewusst ein, um seine Botschaft einer ärmeren Kirche im Dienst an den mit Wunden geschlagenen Menschen zu platzieren.

Der Vatikan dürfe dabei nicht selbstherrlich um sich kreisen, sondern Dienstleister der Ortskirchen werden. Dazu ergänzte Heeg, dass dies auch für die Ordinariate gelte, die Dienstleister der Pfarreien werden müssten. Für das Verhältnis Kirche und Medien sei Papst Franziskus ähnlich wie schon Papst Johannes Paul II. ein Glücksfall. Allerdings funktionierten Medien nicht nur in eine Richtung und transportierten Dank eines Papst-Hypes nur gute Nachrichten für die Kirche. Vielmehr forderten sie die Kirche im Gegenzug auch heraus, wie der jüngste Medienrummel um den Bischof von Limburg zeige. Auf solchen Krisen müsste sich die Kirche auf allen Ebenen vom Vatikan über die Ordinariate bis zur einzelnen Pfarrgemeinde noch viel besser vorbereiten. Hier zahle sich auch der gute Umgang mit der Lokalredaktion aus. Publicity für das Himmelreich, also gute Werbung für den eigenen Glauben, mache schließlich jeder Gläubige selbst.

20131108-125626.jpg

20131108-125654.jpg